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09 Juni 2017 | Hotels

Hotelmarkt Hamburg: Volle Fahrt voraus

Hamburg ist und bleibt einer der attraktivsten Hotelmärkte Deutschlands. Anlässlich des diesjährigen IHA-Kongresses in der Hansestadt hat Christie & Co den Hotelmarkt Hamburg unter die Lupe genommen.

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Hamburg. Das sprichwörtliche Tor zur Welt ist einer der dynamischsten Standorte Europas: Nicht nur beheimatet die Hansestadt den größten Hafen Deutschlands, ist stark in Handel, Logistik, Luftfahrt, Schiffbau, Finanzen sowie in der Medien- und Kreativbranche, sondern ist auch mit ihren vielen Sehenswürdigkeiten touristisch attraktiv. Anlässlich des diesjährigen IHA-Kongresses in Hamburg hat Hotelimmobilienspezialist Christie & Co den Hotelmarkt der Metropole im Norden untersucht.

Das Angebot an Hotels ist in den letzten fünf Jahren um 6,4 Prozent gestiegen, die Bettenanzahl mit 10,2 Prozent fast doppelt so stark. „Diese Entwicklung zeigt den Strukturwandel, dem die Hotellerie bundesweit unterliegt: Weg von kleineren Betrieben, hin zu großen Hotels“, sagt Kay Constanze Strobl, Director und Head of Advisory & Valuation bei Christie & Co in Deutschland. Ein Hotel in Hamburg hat heute im Durchschnitt 171 Betten – das sind 3,6 Prozent mehr als noch 2012. Obwohl das Angebot auf dem Beherbergungsmarkt insgesamt noch deutlicher zugenommen hat als auf dem Hotelmarkt allein, machen Hotels mit 87 Prozent den Löwenanteil des Beherbergungsangebotes aus. Gemessen an der Zahl der Betten beträgt der Anteil sogar über 90 Prozent. Laut DEHOGA sind dabei 149 von 316 Hamburger Hotels nach Sternen klassifiziert. Diese werden mit 76,5 Prozent stark vom 3- bis 4-Sterne-Sektor dominiert. Eher gering hingegen ist der Anteil an den jeweils entgegengesetzten Enden des Spektrums: 16,8 Prozent macht das Budget-Segment aus, nur 6,7 Prozent das Luxus-Segment. Mit der noch in diesem Jahr geplanten Eröffnung des Grandhotels The Fontenay soll letzteres jedoch um 131 Zimmer reicher werden. Der Recherche von Christie & Co zufolge gehören mehr als drei Viertel der Hotels in Hamburg einer Marke an. „Bei ca. 70 Brands und 50 Ketten eine sehr facettenreiche Markenlandschaft, die jedes Gästesegment anspricht“, so Strobl. Die Top Ten der am stärksten vertretenen Hotelgesellschaften wird angeführt von Accor mit 14 Prozent, gefolgt von Motel One mit sieben Prozent. Auf Platz drei landet Marriott/Starwood mit sechs Prozent.

„Seit der Jahrtausendwende ist die Anzahl der Übernachtungen in Hamburg stärker als in jeder anderen der Top-20-Städte Europas gestiegen“, konstatiert Patrik Hug, Consultant Advisory & Valuation Services Germany bei Christie & Co. In den vergangenen fünf Jahren registrierten die Hotels in der Hansestadt im Durchschnitt ein Wachstum von 3,4 Prozent bei den Ankünften und 5,0 Prozent bei den Übernachtungen. „Die stärkere Zunahme der Übernachtungszahlen lässt auf eine längere Aufenthaltsdauer schließen“, erklärt Hug. Tatsächlich konnte zwischen 2012 und 2016 eine Steigerung von 1,9 auf 2,0 Tage beobachtet werden. Zudem hat sich die Anzahl der Übernachtungen ausländischer Gäste mit einer Zunahme von 1,5 auf 3,3 Millionen in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Unter den wichtigsten Quellmärkten befinden sich Dänemark, die Schweiz, das Vereinigte Königreich, Österreich, die USA, die Niederlande, Spanien, Frankreich, Italien und Schweden. Nichtsdestotrotz bleibt Deutschland mit 75 Prozent aller Übernachtungen der wichtigste Quellmarkt.

Laut der Daten von STR registrierte der Hamburger Hotelmarkt zwischen 2012 und 2016 bei allen Performancekennzahlen einen Aufwärtstrend, obwohl das jährliche Angebotswachstum das Nachfragewachstum in den letzten fünf Jahren überstieg. Die Auslastung legte um 5,1 Prozent zu und erreichte 2016 mit 80 Prozent Rekordniveau. Die Zimmerrate (ADR) erzielte mit 115 Euro ebenfalls einen Höchststand – eine Steigerung von 13,5 Prozent. Dadurch gewann auch der Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) an Fahrt und kletterte um 19,7 Prozent von 77 Euro auf 92 Euro. Das ist nach München und Heidelberg Platz 3 in der Hitliste der Städte mit dem höchsten RevPAR bundesweit. Auch der Vergleich des ersten Quartals 2017 gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres zeigt eine positive Entwicklung.
Die eklatanten Wachstumsraten der Hamburger Hotelmarktperformance werden sich nach Ansicht von Kay Constanze Strobl in Zukunft vermutlich nicht in dieser Form fortsetzen. „Zum einen sind die ungeraden Jahre erfahrungsgemäß eher schwächere Messejahre und auch die vorübergehende Schließung des Kongresszentrums wird sich sicherlich bemerkbar machen. Zum anderen wird die gut gefüllte Pipeline – bis 2021 ist in Hamburg mit rund 8.800 zusätzlichen Zimmern in 48 Hotels zu rechnen – Druck auf die Performancekennzahlen ausüben. Vor allem das 4- und 3-Sterne-Segment, wo der Angebotszuwachs am größten sein wird, wird das zu spüren bekommen“, erläutert sie.

„Dennoch: Hamburg ist und bleibt einer der attraktivsten Hotelmärkte Deutschlands, der gerade im Budget- und Economy-Segment, aber auch im oberen 5-Sterne-Bereich noch viel Potential bietet“, fügt die Hotelmarktexpertin hinzu.